Die Finanzkrise 2008 am Beispiel einer misslungenen Kreditrückversicherung

Finanzkrise

Im Jahr 1995 hatte in den USA ein Hochschulabsolvent und Mitarbeiter der J.P. Morgan Bank eine geniale Idee. Er erfand die cds (credit default swaps). Bereits wenig später bezeichnete ein amerikanischer Großinvestor die cds als „Massenvernichtungswaffe der Finanzwelt“. Trotzdem wuchs die Nachfrage ins Unermessliche.

Die Funktionsweise von cds

Eigentlich muss eine Bank Rücklagen bilden, um Kreditverbindlichkeiten abdecken zu können. Anstatt dies zu tun, schließt die Bank bei einer anderen Bank oder einem anderen Investor eine Rückversicherung ab. Nun wäre es an dieser zweiten Bank (oder dem Investor), wiederum eine Rückversicherung abzuschließen. Aber auch hier wird das Risiko weitergegeben, indem eine weitere Bank oder ein weiterer Investor eingeschaltet wird. Daraus entstehen sehr lange Ketten, ohne das reales Kapital zur Schließung einer Finanzierungslücke vorhanden wäre.

Das Volumen von cds

Da cds nicht gemeldet und auch nicht offensichtlich gehandelt werden, kann nur geschätzt werden, welches Volumen dieses Geschäft inzwischen erreicht hat. Man spricht hier von mehr als 60 Billionen US-Dollar.

Das Risiko von cds

Solange alle Kredite ordnungsgemäß bedient werden, läuft auch alles reibungslos. Wenn aber die Bank, die den ursprünglichen Kredit gewährt hat, auf die Rückversicherung zurückgreifen muss, kann es leicht passieren, dass es in dieser Kette ein schwaches Glied gibt, das nicht in der Lage ist, den Verpflichtungen aus der Rückversicherung nachzukommen. In diesem Fall ist die kreditgebende Bank verpflichtet, die mangelnde Deckung in die eigenen Bücher zu übernehmen. Da keine oder nur unzureichende Rückstellungen vorhanden sind, kann die Bank in Schieflage geraten oder sogar zahlungsunfähig werden.
Dies ist bei der Finanzkrise 2008 diversen Bankhäusern passiert.