Die Säulen des deutschen Bankwesens

Bankwesen

Das Bankwesen in der Bundesrepublik Deutschland wird als Drei-Säulen-System bezeichnet, weil es sich aufteilt in Genossenschaftsbanken, öffentlich-rechtliche Geldinstitute und private Geschäftsbanken.

Die genossenschaftlichen Banken

Für die genossenschaftlichen Kreditinstitute üben die DZ-Bank und die WGZ-Bank Zentralbankfunktionen aus. Sie sind für Auslandsgeschäfte ebenso zuständig wie für Bereitstellung von Kapitalmarktprodukten oder die Risikoteilung bei Kreditvergaben.

Zum Netzwerk der genossenschaftlichen Kreditinstitute in Deutschland gehören unter anderem ca. 1.250 Volks- und Raiffeisenbanken, 12 Sparda-Banken, 15 PSD Banken (ehemals Postspar- und Darlehensverein) sowie die Kirchenbanken und u.a. auch die Apotheker- und Ärztebank. Die genossenschaftlichen Banken in Deutschland stellen das größte Filialnetz in diesem Drei-Säulen-System.

Die öffentlich-rechtlichen Banken

Den größten Anteil an den öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten haben die 450 Sparkassen in Deutschland.
Weiterhin gehören acht Landesbanken, die DEKA Bank als Zentralinstitut der Sparkassen, einige Hypothekenbanken und die KfW-Bank zu dieser Säule des deutschen Bankensystems.
Die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute sind gleichermaßen für Privatleute und die klein- und mittelständischen Betriebe von enormer Wichtigkeit.
Die KfW-Bank (Kreditinstitut für Wiederaufbau) ist im Wesentlichen mit der Vergabe von Fördermitteln an die Industrie und im Bereich energieeffizientes Bauen auch an Privatleute befasst.

Aufgabenverteilung bei den öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten
Die Landesbanken fungieren in der Hauptsache als Hausbank des jeweiligen Bundeslandes und sind zuständig für Großkunden. Produkte der Landesbanken werden in den Sparkassen vertrieben.
Hypothekenbanken vergeben – wie der Name schon sagt – langfristige Darlehen zur Finanzierung von Bau, Erwerb, Umbau und Renovierung von Immobilien.
Die Sparkassen sind in Deutschland auch bekannt als der Mittelstandsfinanzierer Nr. 1. Sparkassen arbeiten für das Gemeinwohl. Es steht also nicht die Gewinnerwirtschaftung im Mittelpunkt. Gewinne der Sparkassen werden an die Eigentümer ausgezahlt.

Die privaten Geschäftsbanken

Die Banken im Inland
Die Gruppierung der privaten Geschäftsbanken unterscheidet sich in die vier deutschen Großbanken, die Privatbanken, die Auslandsbanken und die privaten Realkreditinstitute.
Die vier deutschen Großbanken sind die Deutsche Bank, die Commerzbank, die HypoVereinsbank und die Postbank.
Zu den deutschen Privatbanken zählen einige namhafte und teilweise sehr traditionsreiche Bankhäuser wie zum Beispiel die Fürst Fugger Privatbank (heute zu 100% Tochtergesellschaft der Nürnberger Versicherungsgruppe), das Bankhaus Trinkaus & Burkhardt (inzwischen zur HSBC gehörend) oder das Bankhaus Metzler.

Auslandsbanken
Auslandsbanken sind wiederum unterteilt. Zum einen gibt es hier ausländische Bankunternehmen, die ein eigenes Filialnetz betreiben wie z. B. die City Bank oder aber auch ausländische Unternehmen, die als reine Zweigstellen fungieren (z. B. ABN AMRO).

Private Realkreditinstitute
Private Realkreditinstitute beschränken sich in der Regel auf die Ausgabe von Pfandbriefen, wie auch die letztlich in die Kritik geratene Hypo Real Estate Bank.

Direktbanken
Zum Bereich der privaten Geschäftsbanken werden auch die Direktbanken gezählt. Direktbanken unterhalten keine Filialen, alle Geschäfte werden telefonisch oder online abgewickelt.